Schilddrüsen-Radiojod-Therapie gutartiger Erkrankungen

Diese Therapie erfolgt stationär in unserer nuklearmedizinischen Belegstation im Diakonieklinikum SHA.

Bei Ihnen wurde eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose, Autonomie, M. Basedow) festgestellt, d.h. nach den Untersuchungsergebnissen neigt Ihre Schilddrüse zu einer erhöhten Hormonproduktion. Abhängig von Art und Schwere der Erkrankung gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten:

  • Medikamente
  • Operative Entfernung von Schilddrüsengewebe
  • Thermoablation
  • Radiojodbehandlung

Diese Information soll Ihnen erklären, wie die Radiojod-Therapie bei Überfunktion der Schilddrüse durchgeführt wird und was dabei geschieht. Im Vorbereitungsgespräch können Sie uns darüber hinaus noch fragen, was Sie nicht verstanden haben bzw. noch ergänzend wissen möchten. Bitte schreiben Sie sich diese Fragen auf und bringen sie zum Aufklärungsgespräch mit.

Wirkung des Radiojod im Körper

Die Schilddrüsenzellen brauchen zur Hormonproduktion Jod – je aktiver sie sind, desto mehr Jod speichern sie. Bietet man der Schilddrüse radioaktives Jod an, dann raffen die Schilddrüsenzellen dieses radioaktive Jod und zwar umso mehr davon, je aktiver sie sind. Die beim „radioaktiven Zerfall“ frei werdende Strahlung wirkt praktisch nur in der Umgebung der Zelle, die das Jod gespeichert hat. Die Strahlenbelastung für nicht-speicherndes Schilddrüsengewebe und den übrigen Körper ist sehr gering. Der Teil des radioaktiven Jods, der nicht in die Schilddrüse aufgenommen wird, wird in den ersten Tagen hauptsächlich über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Nach der Strahlenschutzverordnung müssen deshalb alle Körperausscheidungen in besonderen Tankanlagen zum Abklingen gesammelt werden. Das ist einer der Hauptgründe, warum die Radiojod-Behandlung in Deutschland nur stationär durchgeführt werden darf.

Voruntersuchungen

Die zur Behandlung erforderliche Radiojod-Dosis ist individuell verschieden, deshalb müssen wir einige Tage vorher einen Radiojod-Uptake-Test durchführen. Dieser Test wird ambulant an 3 Tagen in unserer Praxis durchgeführt.

Am ersten Tag erhalten Sie eine Probekapsel zu schlucken, am darauf folgenden Tag erfolgt eine Messung und eine Szintigraphie der Schilddrüse. Die Messung wird dann 3-4 Tage später wiederholt. Mit diesen Daten können wir die für Sie erforderliche Dosis sowie die ungefähre Dauer Ihres stationären Aufenthaltes berechnen. Für diese Untersuchungen sollten Sie jeweils ca. 30 Minuten einplanen.

Krankenhausaufenthalt

Den genauen Termin der Krankenhausaufnahme können wir Ihnen in der Regel erst 1-2 Tage vorher telefonisch mitteilen. Die Aufenthaltsdauer ist ebenso wie die Radiojod-Dosis unterschiedlich, im Durchschnitt ca. 4-7 Tage. Sie bewohnen in dieser Zeit ein Zimmer mit Toilette und Duschbad, Telefon, Fernseher sowie Radio und Internetanschluss. Im gemeinsamen Aufenthaltsraum finden Sie Bücher, Fernseher, Videorecorder, Kassetten, Getränke und ein Heimtrainer-Fahrrad.

Am Aufnahmetag bekommen Sie das für Sie bestellte Radiojod als einmalige Dosis in Form einer Kapsel zu schlucken. Anschließend dürfen Sie sich nur in Ihrem Zimmer bzw. Aufenthaltsraum aufhalten. Besuche sind nicht erlaubt.

Von der Behandlung merken Sie selbst meist gar nichts, deshalb brauchen Sie auch nicht das Bett zu hüten. Damit der Teil des radioaktiven Jods, der nicht in der Schilddrüse gespeichert wird, möglichst rasch ausgeschieden wird, sollten Sie am ersten Tag viel trinken und häufig die Blase entleeren. An Ihrer sonstigen Medikamentenbehandlung ändert sich während des stationären Aufenthaltes nichts.

Außer der täglichen Strahlenmessung, aus deren Daten wir Ihren Entlasstermin bestimmen, geschieht kaum etwas – es kann also langweilig werden. Bringen Sie sich deshalb eine Beschäftigung mit.

Da die Wirkung des Radiojods nicht sofort, sondern erst im Laufe der darauf folgenden Wochen eintritt, müssen Sie evtl. noch weiter Schilddrüsenmedikamente einnehmen. Dies wird mit Ihnen am Entlasstag besprochen. Auch erhalten Sie dann einen Termin zur Kontrolluntersuchung ein viertel Jahr später. In den folgenden Wochen nimmt die Hormonproduktion der Schilddrüse allmählich ab und evtl. vorher funktionsloses Gewebe beginnt wieder zu arbeiten. Dieser Prozess ist in der Regel nach einem viertel Jahr abgeschlossen. Wenn das Schilddrüsengewebe nicht genügend angesprochen hat, kann es sein, dass die Radiojod-Therapie wiederholt werden muß. Es kann auch sein, dass nicht mehr genügend funktionstüchtiges Schilddrüsengewebe vorhanden ist, d.h. aus der vorher bestehenden Überfunktion entwickelt sich eine Unterfunktion. Diese kann durch lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormonen problemlos ausgeglichen werden.

Bitte sorgen Sie selbst mit, dass die im Anschluss an die Radiojod-Behandlung notwendigen Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden!

Häufige Fragen – kurze Antworten

  • Ist eine besondere Behandlung Ihrer hier getragenen Wäsche erforderlich?
    Nein!
  • Berufstätigkeit?
    Sie können am Tag nach Ihrer Entlassung wieder ganz normal zur Arbeit gehen.
  • Jodsalz und Seefisch?
    Keine Einschränkung nötig.

Sprechzeiten

Montag 8:00-16:30 Uhr
Dienstag 8:00-16:30 Uhr
Mittwoch 8:00-16:30 Uhr
Donnerstag 8:00-16:30 Uhr
Freitag 8:00-12:30 Uhr

 

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0791/ 8010

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