Untersuchungsspektrum

Was heißt nuklearmedizinische Untersuchung?

Um die Funktion eines Organs sichtbar zu machen wird, wenn andere Untersuchungen nicht ausreichen, eine nuklearmedizinische Untersuchung durchgeführt, um Krankheitsherde zu lokalisieren oder Fehlfunktionen auszuschließen.

Zur nuklearmedizinischen Untersuchung werden Substanzen verwendet, deren kleinste Teilchen strahlen – d.h. schwach radioaktiven Medikamente. Diese Substanz wird Ihnen in eine Vene injiziert (in seltenen Fällen erfolgt die Injektion unter die Haut bzw. Sie erhalten die Substanz zum Trinken). Diese strahlende Substanz wird so gewählt, dass sie von dem zu untersuchenden Organ bevorzugt aufgenommen wird.

Da wir diese Substanzen für jedes Organ extra vorbereiten müssen, geben wir Ihnen einen Termin für einen bestimmten Tag und zu einer bestimmten Zeit.
Damit das zu untersuchende Organ genügend strahlende Substanz aufnehmen kann, werden Sie nach der Injektion einige Zeit warten müssen. Diese Wartezeit ist abhängig von dem zu untersuchenden Organ. Bei der Schilddrüse dauert sie z.B. ca. 15 bis 20 Minuten, bei einer Knochenuntersuchung ergeben sich mindestens 2 Stunden Wartezeit.

 

Welche Untersuchungsarten gibt es?

In der Nuklearmedizin gibt es drei Hauptuntersuchungsarten:

1. Abbildung eines Organs: aus der Form, Größe und Verteilung der strahlenden Substanz erkennen wir, ob sich dort Krankheitsherde befinden, Narben vorhanden sind oder die Durchblutung gestört ist.

2. Funktion eines Organs: hierbei wird der Weg der strahlenden Substanz durch den Körper, des zu untersuchenden Organs und seine Ausscheidung mit Hilfe einer sogenannten Gammakamera verfolgt. Wir erhalten so eine Auskunft darüber, ob das Organ normal arbeitet, eine Funktionsstörung vorliegt und ggf. wie stark die Funktion gestört ist.

3. Bei der dritten Untersuchungsart wird Ihnen Blut aus einer Vene entnommen und anschließend mit einer strahlenden Substanz versetzt. Somit kann man bestimmte Stoffe im Blut in kleinsten Mengen nachweisen.

Ist eine nuklearmedizinische Untersuchung schädlich?

Die Frage, ob eine nuklearmedizinische Untersuchung schaden könnte, ist durchaus verständlich. Sie haben bereits gelesen, dass Sie keine wesentliche Schmerzbelästigung zu erwarten haben. Die strahlende Substanzmenge, die injiziert wird, ist äußerst gering und die Strahlenbelastung minimal. Zum Beispiel ist die Schilddrüsenszintigraphie vergleichbar mit 1/5 der jährlichen natürlichen Strahlenbelastung. Die Strahlenbelastung für die Knochenszintigraphie entspricht etwa einer Röntgenaufnahme der Lendenwirbelsäule. Unsere Messgeräte (Gammakameras) selbst senden keine Strahlung aus.

Die für die meisten Untersuchungen verwendete Substanz hat nach wenigen Stunden den Körper schon wieder verlassen und das Mittel selbst strahlt meist auch nur wenige Stunden. Da die strahlende Substanz sehr gering gehalten wird, sind die Aufnahmezeiten länger. Darum sollten Sie bei den Untersuchungen ganz ruhig liegen oder sitzen, da wir sonst die Messungen wiederholen oder Sie zu einem neuen Termin wiederbestellen müssen.

Lediglich im Fall einer Schwangerschaft führen wir grundsätzlich keine nuklearmedizinische Untersuchung (fachlich: Szintigraphien) durch. Dies gilt auch für die Stillzeit, wenn keine dringende Notwendigkeit vorliegt.